Das Implantat
Das Implantat ist heutzutage DIE Alternative zu Brücke und Prothese. Zahnärzte aller Generationen haben sicherlich oft davon geträumt, wie schön es wäre, könnte man neue Zähne im Knochen verankern. Und gerade hierum handelt es sich bei den Implantaten: Es sind im Knochen einheilende, künstliche Zahnwurzeln, an denen eine darüber liegende Konstruktion, wie z.B. eine Krone, befestigt werden kann.
Implantat zum Ersatz eines Zahnes Implantat zum Ersatz mehrerer Zähne
Der Vorteil von Implantaten liegt darin, dass die Restzähne nicht als Verankerungspfosten dienen müssen. Sie werden so geschont und entlastet. Implantate erhalten daher den Zahnbestand und sind die natürlichste Art der Rekonstruktion, da sie den Zahn mit seiner Wurzel ersetzen.
Implantate der heutigen Generation sind in der Regel runde Titanpfosten. Der Werkstoff Titan wird in der Medizin für viele künstlichen Gebilde (z.B. Hüftgelenksprothesen) benutzt, da Abstoßungsreaktionen nicht bekannt sind.
Das Implantieren ist quasi der umgekehrte Vorgang des Zahnziehens. Der dazu erforderliche Eingriff dauert je nach Anzahl und Aufwand der zu setzenden Implantate in der Regel zwischen 15 und 90 Minuten. Er findet unter Lokalanästhesie statt und tut deshalb nicht weh. Der durchschnittliche Gebrauch von Schmerzmitteln, z.B. nach dem Einsetzen von 4 Implantaten im Unterkiefer beträgt ca. 2 Tabletten. Nach dem Setzen wird die Schleimhaut über den Implantaten wieder dicht vernäht, damit diese ohne irgendwelche Belastung oder Bewegung einheilen können. Körperliche Ruhe und Kühlung der Wange sind hiernach angezeigt, um eine "dicke Backe" möglichst zu vermeiden. Die Einheilungszeit beträgt im Unterkiefer drei und im Oberkiefer sechs Monate. Erst dann dürfen die Implantate mit der prothetischen "Suprakonstruktion", also den Kronen oder Brücken versorgt werden.
Für diesen Übergangszeitraum wird ein spezielles Provisorium gefertigt, damit Sie zu keiner Zeit "zahnlos" sind.
Grundvoraussetzung für das Setzen von Implantaten ist das Vorhandensein von genügend Knochen. Ein Knochenmangel kann unter Umständen mit Kunstknochen beseitigt werden. Ausschlusskriterien sind aber in jedem Fall schwere Allgemeinerkrankungen, v.a. nicht eingestellter Diabetes, systemische Knochenerkrankungen, sowie insbesondere schlechte Mundhygiene, da der Langzeiterfolg der Implantation beinahe ausschließlich von der späteren Mund- bzw. Implantatpflege abhängt. Regelmäßige, etwa halbjährliche Kontrollen sind erforderlich, damit bei Veränderungen sofort Gegenmaßnahmen eingeleitet werden können. Wenn all diese Voraussetzungen erfüllt sind, können Implantate durchaus mehr als 15 Jahre ihre Aufgabe erfüllen. Im schlimmsten Fall könnten Probleme zu einem Implantatverlust führen, wobei der Knochen dann wie nach der Entfernung eines Zahnes selbständig und vollständig ausheilt.
Die Versorgung mit Implantaten ist vor allem dann besonders sinnvoll, wenn damit eine herausnehmbare Prothese, z.B. bei verkürzter Zahnreihe (Fehlen der Backenzähne), vermieden, oder bei Zahnlosigkeit der Prothese, die wegen eines starken Knochenrückgangs keinen Halt mehr findet, eine zusätzliche Befestigungsmöglichkeit verschafft werden kann. Mitunter ist es möglich, einen zahnlosen Patienten wieder mit komplett festsitzenden Kronen und Brücken zu versorgen. Implantate sind jedoch auch bei einem Einzelzahnverlust anzuraten, da so der erhebliche Nachteil des Beschleifens von gesunden Nachbarzähnen zur Aufnahme einer Brücke vermieden werden kann. Darüber hinaus gibt es natürlich noch unzählige Fälle, in denen ein Implantat wünschenswert erscheint.
Die Implantologie ist im Allgemeinen eine Privatleistung. In wenigen Fällen geben auch die gesetzlichen Krankenkassen einen Zuschuß. Da die gesetzlichen Krankenkassen hierzu nicht verpflichtet sind, prüfen sie sehr zurückhaltend. Deswegen sollte die Entscheidung zu einer Implantatversorgung grundsätzlich unabhängig von dem möglichen Kassenzuschuß gefüllt werden.
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